Friedensverhandlungen im “Krieg gegen die Natur” dringend notwendig

Während des „Großen Sprungs nach vorn“ um 1960 plädierte Mao für einen „Krieg gegen die Natur“, dessen Ziel die Eroberung der Ressourcen war. Zum selben Zeitpunkt etwa begann in China ein nennenswerter Industrialisierungsprozess, welcher bis heute rasant voranschreitet.

Angesichts der riesigen Bevölkerungzahl ergeben sich u.a. im Agrarsektor Ressourcenprobleme: Im Zuge des „Großen Sprungs nach vorn“ wurde zunächst eine massive Abholzung von Wäldern im großen Stil betrieben. Sümpfe und Feuchtwiesen wurden zwecks Ackerlandgewinnung trockengelegt. China betreibt heute eine extrem intensivierte Landwirtschaft unter Verwendung von Düngemittel-Mengen, die das Doppelte des Weltdurchschnitts betragen. Bodenerosion und Desertifikation von Ackerland sind mittlerweile große Probleme, denen mit zahlreichen Projekten entgegengewirkt werden soll. Deren Wirksamkeit ist jedoch schwer zu prognostizieren und wird sich erst in einigen Jahren erweisen.

Auch das Waldsterben, welches wiederum Erosion zur Folge hat, gilt als äußerst problematisch: Durch die extreme Luftverschmutzung u.a. durch Schwefeloxid, geht viel saurer Regen nieder. Die „dicke Luft“ schlägt sich auch in der Statistik nieder: 2007 lagen 16 der 20 schmutzigsten Städte der Welt in China. An den Folgen der Umweltverschmutzung stirbt jährlich fast eine halbe Million Chinesen. Krebs ist zur häufigsten Todesursache in urbanen Gebieten geworden. Dennoch hat die Belastung mit Stickoxiden, die v.a. durch ein erhöhtes Verkehrsaufkommen freigesetzt werden, in den vergangenen Jahren weiterhin stark zugenommen. Dem versuchen u.a. westliche Organisationen entgegenzuwirken. So wurde beispielsweise in Deutschland ein Rußpartikelfilter entwickelt, der auch die Emissionen relativ alter Motoren der Fahrzeuge in Schwellenländern wie China senken kann.

Auch auf dem Gebiet der Energiegewinnung besteht erheblicher Verbesserungsbedarf: Hauptenergieträger ist bislang mit mehr als drei Vierteln die Kohle. 15 Prozent des Energiebedarfs werden jedoch erfreulicherweise durch Wasserkraft gedeckt (03/2008) – Tendenz steigend. Der Anteil weiterer regenerativer Energien soll bis 2020 auf 6 % erhöht werden. Bisher wird Naturschutz in der Volksrepublik noch nicht besonders großgeschrieben. Allerdings wächst das Umweltbewusstsein tendenziell.

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